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"GEM" Das Grand Egyptian Museum in Kairo – Ein neues Kapitel für die Geschichte Ägyptens

  • Chris von TravelSingFly
  • 22. Nov.
  • 4 Min. Lesezeit


Mit der offiziellen Eröffnung des Grand Egyptian Museum in Kairo hat Ägypten seinem kulturellen Erbe ein Zuhause geschaffen, das weltweit seinesgleichen sucht. Direkt am Fuß der Pyramiden von Gizeh gelegen, vereint das GEM erstmals die wichtigsten Kunstschätze aus über 5.000 Jahren Geschichte unter einem Dach – in einem architektonischen Meisterwerk, das auf 50 Hektar Fläche zum größten archäologischen Museum der Welt geworden ist, eines der größten und beeindruckendsten Museen der Welt.


Am ersten Besuchertag strömten 18000 Menschen in das Museum, aber in dem riesigen Gebäude verteilen sich auch einige Tausende recht gut. Was auffällig überwiegt: Die gemeinsame Begeisterung über dieses Bauwerk und seine sagenhafte Sammlung.

Architektur, die Geschichte atmet

Schon beim Betreten beeindruckt das Gebäude mit seiner offenen, lichtdurchfluteten Struktur und dem ikonischen Blick auf die Pyramiden. Das Herzstück ist die monumentale Grand Stairs – ein sechs Stockwerke hoher, weiter Treppen-Aufgang wie eine aufsteigende Halle, flankiert von mehr als 60 gewaltigen Statuen und Tempelfragmenten. Sie führt symbolisch von der modernen Welt zurück in die Zeit der Pharaonen und öffnet sich zu den zwölf Hauptgalerien, die chronologisch durch die gesamte Geschichte Altägyptens führen. An der Seite dieser Treppenhalle führen auch Rollbänder und ein gläserner Standaufzug die Besucher auf- und abwärts, so dass dieser gewaltige Abschnitt auch im Vorbeifahren zu erleben ist.



Zwölf Galerien – ein Rundgang durch 5.000 Jahre

Die Ausstellung beginnt mit den frühesten Kulturen des Nildeltas, führt weiter zu den Pyramidenbauern des Alten Reiches, dem kulturellen Aufschwung des Mittleren Reiches und der Glanzzeit des Neuen Reiches mit Herrscherinnen wie Hatschepsut und Ikonen wie Ramses dem Großen. Die letzten Galerien widmen sich der Spätzeit sowie der griechisch-römischen Epoche, in der Ägypten erneut ein Zentrum der Welt wurde.


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Insgesamt 12 Hallen führen durch die religiöse, gesellschaftliche und dynastisch-royale Welt der über 3000jährigen eigenständigen Hoch-Zeit Ägyptens, die mit Kleopatra vor 2000 Jahren endete - dazu kommt (hier nicht abgebildet) der andere Flügel des Museums, der dem Grabschatz des Tut-anch-Amun gewidmet ist, sowie die große Halle für die Sonnenboote des Cheops, außerhalb des Hauptgebäudes.


Mehr als 24.000 Artefakte, viele davon erstmals öffentlich gezeigt, wurden aus Museen und Depots im ganzen Land hierher gebracht und in modernster Museumsumgebung völlig neu inszeniert.


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Eine exzellent erhaltene Statue der Königin Hatschepsut, wie hier meist in Männergestalt abgebildet

Die vollständige Grabkammer des Tutanchamun – erstmals als Ganzes erlebbar

Ein Höhepunkt, der das Grand Egyptian Museum weltweit einzigartig macht, ist die neue Präsentation der kompletten Grabkammer des Tutanchamun – erstmals in der Geschichte vollständig und in ihrem originalen räumlichen Zusammenhang zu sehen. Was jahrzehntelang auf mehrere Räume im Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz verteilt war, ist nun in einer gewaltigen, eigens dafür geschaffenen Halle im Westflügel des GEM vereint.

Die Inszenierung folgt exakt der archäologischen Realität: Howard Carter öffnete im Jahr 1922 vier ineinander verschachtelte Schreine, bis er schließlich die goldene Mumienmaske des jungen Pharaos entdeckte. Diese Struktur wird nun im Museum maßstabsgetreu und vollständig gezeigt – vom äußeren Holzschrein über die vergoldeten Kammern bis hin zum letzten, innersten Miniatur-Sarkophag aus dem Schrein für die mumifizierten Organe des Pharao.


Die drei inneren Sarkophage von außen nach innen - und die berühmte Totenmaske des Tut-anch-Amun. Der innerste Sarkophag ist aus 110kg Gold. Noch beeindruckender aber ist die enorme Präsenz der goldenen Gesichter, in die der Besucher blickt.


Die große Halle wirkt wie eine Zeitkapsel: gedämpftes Licht, monumentale Dimensionen und ein Weg, der den Besucher exakt durch jene Abfolge führt, die Carter vor über 100 Jahren dokumentierte. Jeder Schrein, jedes Schuckstück und jedes Detail wurde hochpräzise restauriert und wird nun im musealen Kontext gezeigt, der zugleich historisch authentisch und technisch hochmodern ist.

Die 4 Schreine, die den Steinsakrophag und darin die 3 inneren Sakrophage des Tut-anch-Amun enthielten


Besonders eindrucksvoll ist die Möglichkeit, die Schreine aus Perspektiven zu betrachten, die im alten Museum in der Art nie möglich waren – seitlich, von oben und mit genügend Raum, um die handwerkliche Kunst der Goldschmiede und Holzarbeiter des Neuen Reiches vor 3300 Jahren wirklich zu würdigen.

Die Halle vermittelt nicht nur die Pracht der Tutanchamun-Ausstattung, sondern auch die spirituelle Bedeutung des Grabes: den Übergang des Königs in das Jenseits, geschützt durch Schichten aus Gold, Symbolik und mythologischen Inschriften. Dieses Zusammenspiel macht die Präsentation zu einer der spektakulärsten Museumserfahrungen weltweit – und zu einem Meilenstein in der modernen Ägyptologie.


Die Totenschuhe und Kinderschuhe aus dem Grab des Tut-anch-Amun


Die Sonnenboote des Cheops – Ein Wunder der Ingenieurskunst

Ein Höhepunkt des neuen Museums sind die legendären Boote des Pharao Cheops. Das erste Boot, über 42 Meter lang und eines der ältesten erhaltenen Holzobjekte der Menschheit, wurde 2021 in einer der spektakulärsten Transportaktionen der Museums­geschichte als Ganzes zum GEM gebracht. Das zweite Boot wird derzeit im Museum restauriert – direkt sichtbar für die Besucher. Beide sollen in einem eigenen Museumsgebäude ausgestellt werden, das ihre Bedeutung für das altägyptische Jenseitsverständnis würdig in Szene setzt.



Tipp für den Besuch von Gizeh

Es lohnt sich, den Besuch des Museums mit einer morgendlichen Tour zu den Pyramiden von Gizeh zu kombinieren. Idealerweise besucht man die Pyramiden am Vormittag, wenn es noch nicht so heiß ist. So kann man die beeindruckenden Monumente in der kühleren Morgenluft erleben und anschließend das Museum besuchen, um die Geschichte dieser Weltwunder in einem klimatisierten, modernen Ambiente weiter zu vertiefen. Seit kurzem betritt man den Pyramidenbezirk (700 EGP) zentral über ein neues, modernes Visitors Center, von dem aus Shuttlebusse ständig und gratis alle wichtigen Punkte auf dem Pyramidenplateau abfahren. Kein Feilschen mehr mit Kameltreibern und Pferdekutschern. Besonders empfehlenswert ist übrigens der Beginn des Tages mit einem Frühstück im Marriott Mena House mit einem großartigen Frühstücksbüffet. Um hier auf der Terrasse beim Cappuccino den vollen Blick auf die Pyramiden zu genießen, muss man nämlich kein Hotelgast sein - und der Preis hält sich mit 1400 EGP (ca. 27€) diesem einzigartigen Ausblick in Grenzen.



Das GEM - Ein kulturelles Erlebnis von Weltklasse

GEM ist die ideale Abkürzung für dieses einzigartige Museum: ein echtes Juwel unter den Kunst- und Geschichtsmuseen der Welt. Mit modernster Lichtführung, interaktiven Elementen, großzügigen Sichtachsen und dem direkten Blick auf die Pyramiden verbindet das Grand Egyptian Museum Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise. Es ist nicht nur ein Museum, sondern ein neues kulturelles Zentrum Ägyptens – ein Ort, an dem Geschichte erlebbar und greifbar wird.


Ramses II. - die 3200 Jahre alte, monumentale Steinstatue von 11m Höhe und 83t Tonnen begrüßt die Besucher der GEM
Ramses II. - die 3200 Jahre alte, monumentale Steinstatue von 11m Höhe und 83t Tonnen begrüßt die Besucher der GEM

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